Alternative Daten

Die Wirtschaft, an der Quelle gelesen.

Alternative Daten können als alle Datenquellen definiert werden, die typischerweise nicht in der traditionellen Finanzanalyse verwendet werden — aus Bereichen wie sozialen Medien, Satellitenbildern, Schifffahrtsrouten, Web-Scraping oder Crowd-Sourcing. Sie können Einblicke in Unternehmen, Märkte und Branchen gewähren, die über die Erkenntnisse aus traditionellen Daten hinausgehen.

An der Quelle — vor dem Bericht Maschinell ausgewertet — hunderte Quellen, systematisch gelesen Herkunftsgeprüft — jede Zeitreihe begutachtet
I.Die Kategorien

Vier Kategorien, illustriert.

i.Lieferketten

Beziehungen innerhalb von Lieferketten werden im Investment Management zunehmend als Instrument zur Identifizierung und Bewertung von Risiken verwendet. Anleger können störanfällige Knotenpunkte in der Struktur einer Lieferkette erkennen und den Spielraum für risikomindernde Maßnahmen ausloten — etwa wenn die Stabilität eines Lieferanten die Funktionsfähigkeit vieler nachgelagerter Unternehmen in Frage stellt.

Darüber hinaus kann eine genaue Analyse der Lieferkette die geschäftliche Robustheit eines Unternehmens bewerten (z. B. durch ein diversifiziertes Kundenportfolio) und Unternehmen identifizieren, die Marktmacht über ihre Konkurrenten ausüben können.

Netzstruktur — Lieferkettenbeziehungen

ii.Transaktionsdaten

Transaktionsdaten, wie zum Beispiel aus aggregierten Kreditkartenpanels, können besondere Muster im individuellen Konsumverhalten offenbaren, die als Grundlage für Anlageentscheidungen helfen können. Außerdem lassen sich mit ihrer Hilfe Hinweise auf potenzielle Betrugsfälle identifizieren — damit Investitionen nicht auf fehlerhaften Angaben beruhen.

Neu aufkommende Trends und Strukturbrüche im Konsumentenverhalten schlagen sich ebenfalls früh in Transaktionsdaten nieder; kombiniert mit anderen Datenquellen lässt sich die Zielgenauigkeit bestehender Vorhersagemodelle verbessern.

Verbundene Punkte — Transaktionsdaten

iii.Daten zu Stellenausschreibungen

Diese Daten gewähren Einblicke in den Arbeitsmarkt: Auf Unternehmensebene lassen sich Rückschlüsse ziehen über die Erschließung neuer Geschäftszweige, Einstellungsstopps oder die Fähigkeit, offene Positionen zu besetzen.

Im Aggregat helfen sie, Branchen und Regionen mit vielen Stellenangeboten zu identifizieren — ein Hinweis auf Wachstumspotenzial — und Sektoren mit rückläufigen Ausschreibungen, in denen rentable Investitionen unwahrscheinlicher geworden sind. Ebenso zeigt sich, welche Qualifikationen besonders nachgefragt sind und wo chronische Angebotslücken auf strukturelle Schwächen hindeuten.

Vertikale Lamellen — Arbeitsmarktdaten

iv.Social-Sentiment-Daten

Social-Sentiment-Daten können aus sozialen Medien, Nachrichtenquellen, Diskussionsforen und Blogs gewonnen werden. Mit ihrer Hilfe lässt sich die öffentliche Meinung analysieren — zu einem Unternehmen, einer Branche, einer Anlageklasse oder dem makroökonomischen Umfeld.

Die Kategorie wächst schnell: Welche aufkommenden Markttrends werden am stärksten diskutiert, wie wirken Nachrichten und Ereignisse auf das Investitionsverhalten? Als Echtzeit-Daten gelesen, kann Social Sentiment ein Frühindikator für Marktbewegungen und Anlagechancen sein.

Vögel auf Drähten — Social Sentiment

Die Wirtschaft hinterlässt Spuren, bevor berichtet wird — wir lesen sie an der Quelle.

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